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    Home»IT»Magento (Adobe Commerce): Ist das System tot?
    25. Januar 2026

    Magento (Adobe Commerce): Ist das System tot?

    IT
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    Früher war Magento der unangefochtene Platzhirsch im E-Commerce, eine Standardlösung für fast jeden Online-Shop, der über einfache Baukästen hinauswachsen wollte. Heute dominieren Schlagzeilen über die Übernahme durch Adobe, komplexe Upgrade-Pfade und die starke Konkurrenz durch SaaS-Anbieter wie Shopify das Bild, weshalb die Frage nach der Zukunft des Systems berechtigt ist. Doch wer Magento (heute Adobe Commerce) vorschnell für tot erklärt, übersieht die massive Verschiebung der Zielgruppe: Das System ist nicht verschwunden, es ist lediglich in die Enterprise-Liga aufgestiegen.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Zielgruppenwechsel: Adobe Commerce fokussiert sich heute primär auf komplexe B2B-Szenarien und Enterprise-Kunden, für kleine Händler ist die Einstiegshürde oft zu hoch.
    • Technologie-Split: Es existiert eine Kluft zwischen der kostenpflichtigen Adobe-Version mit KI-Features und der kostenlosen Open-Source-Variante, die stark von der Community getragen wird.
    • Kein „Plug & Play“: Das System bietet maximale Flexibilität und Datenhoheit, erfordert aber signifikante Budgets für Hosting, Wartung und erfahrene Entwickler.

    Von Magento zu Adobe Commerce: Was ist strategisch passiert?

    Mit der Übernahme durch Adobe im Jahr 2018 begann für das Shopsystem eine fundamentale Transformation, die weit über eine bloße Namensänderung hinausging. Adobe integrierte die Plattform in seine „Experience Cloud“, um Großkonzernen eine nahtlose Verbindung zwischen Content, Marketing-Automatisierung und Verkauf zu ermöglichen. Für den ursprünglichen Kernmarkt – den mittelständischen Händler, der eine solide, bezahlbare Standalone-Lösung sucht – bedeutete dies jedoch, dass Innovationen zunehmend in die kostenpflichtigen Cloud-Lizenzmodelle flossen und weniger in den freien Core.

    Dieser strategische Schwenk hat dazu geführt, dass sich das Ökosystem aufgeteilt hat: Auf der einen Seite steht Adobe Commerce als hochpreisiges Enterprise-Tool mit exklusiven B2B-Funktionen und Cloud-Hosting. Auf der anderen Seite verbleibt Magento Open Source (früher Community Edition), das weiterhin kostenfrei nutzbar ist, aber technologisch langsamer von Adobe weiterentwickelt wird und daher stärker auf Impulse aus der weltweiten Entwickler-Community angewiesen ist. Diese Zweiteilung sorgt für Unsicherheit, ist aber gleichzeitig der Grund, warum die Plattform in unterschiedlichen Ausprägungen überlebt.

    Für welche Geschäftsmodelle eignet sich das System heute?

    Um zu bewerten, ob die Plattform eine Zukunft hat, muss man verstehen, wer sie heute eigentlich noch produktiv einsetzt. Das System ist kein Allrounder mehr für jedermann, sondern ein Spezialwerkzeug für Anforderungen, an denen Mietshop-Systeme (SaaS) oft scheitern. Die aktuelle Nutzerbasis lässt sich in spezifische Kategorien unterteilen, die weit entfernt von einem „toten“ Markt sind.

    Folgende Szenarien rechtfertigen den Einsatz der komplexen Architektur auch heute noch:

    • Komplexer B2B-Handel: Shops mit individuellen Preislisten pro Kunde, komplexen Freigabeprozessen, Rahmenverträgen und tiefen ERP-Integrationen.
    • Multi-Brand-Strategien: Unternehmen, die Dutzende Ländershops oder Marken aus einer einzigen Installation heraus steuern müssen (Multi-Store-View).
    • Volle Datenhoheit: Firmen, die aus Compliance-Gründen (DSGVO, interne Policies) keine Kundendaten auf US-Cloud-Servern von SaaS-Anbietern lagern dürfen.
    • Individuelle Checkout-Prozesse: Geschäftsmodelle, die den Warenkorb- und Bezahlprozess massiv modifizieren müssen, etwa für Konfiguratoren oder gemischte Warenkörbe.

    Warum hält sich das Gerücht vom „toten“ Shopsystem so hartnäckig?

    Der Ruf, Magento sei ein sterbender Riese, rührt vor allem aus dem Vergleich mit modernen SaaS-Lösungen wie Shopify oder BigCommerce, die den Einstieg in den E-Commerce radikal vereinfacht haben. Früher setzten Agenturen für ein Projekt mit 20.000 Euro Budget fast automatisch auf Magento; heute ist ein solches Budget für einen ernsthaften Launch auf dieser Basis kaum noch ausreichend, da Setup, Hosting und Wartung (Total Cost of Ownership) enorm gestiegen sind. Wer versucht, das System ohne spezialisierte Entwickler oder mit zu knappen Ressourcen zu betreiben, scheitert oft an der technischen Komplexität.

    Zudem hat die Architektur des Systems über die Jahre „Patina“ angesetzt: Das Standard-Frontend (Luma) gilt als veraltet und performance-schwach, was ohne zusätzliche Optimierungen zu schlechten Google-Core-Web-Vitals führt. Updates sind keine simplen Klicks, sondern oft mehrtägige Entwickler-Projekte, bei denen Inkompatibilitäten geprüft werden müssen. Für Händler, die Schnelligkeit und Einfachheit suchen, wirkt diese Schwerfälligkeit wie ein Relikt aus vergangenen IT-Tagen, was den Abgesang auf die Plattform befeuert.

    Wo die Architektur gegenüber SaaS-Lösungen überlegen ist

    Trotz der genannten Hürden bietet die offene Architektur einen entscheidenden Vorteil, den kein geschlossenes Mietsystem replizieren kann: absolute Anpassbarkeit ohne „Black Box“. Während man bei SaaS-Anbietern oft gegen unsichtbare API-Limits läuft oder darauf warten muss, dass der Anbieter ein Feature freischaltet, gehört der Code bei einer On-Premise-Installation (oder eigenem Cloud-Hosting) Ihnen. Sie können die Datenbankstruktur erweitern, Middleware direkt anbinden und Performance-Engpässe auf Serverebene selbst beheben.

    Besonders im Bereich der Schnittstellen zeigt sich die Stärke des Systems als „Middleware-Monster“. Wenn ein Unternehmen bereits ein SAP, Microsoft Dynamics oder ein komplexes PIM-System (Product Information Management) im Einsatz hat, bietet Adobe Commerce extrem mächtige APIs (REST, GraphQL), um Daten in Echtzeit zu synchronisieren. Das System fungiert hier oft nicht nur als Schaufenster, sondern als Integrationshub, der komplexe Logiken des Unternehmens abbildet, statt das Unternehmen zu zwingen, seine Prozesse an die Shop-Software anzupassen.

    Hyvä, Mage-OS und die Reaktion der Entwickler-Community

    Dass das Ökosystem lebendiger ist, als es von außen scheint, beweist die Reaktion der Community auf die Trägheit von Adobe. Da das Standard-Frontend technisch ins Hintertreffen geraten war, entwickelte eine niederländische Agentur mit „Hyvä Themes“ eine radikal vereinfachte Frontend-Lösung, die den komplexen Code-Ballast abwirft und Top-Performance-Werte liefert. Dies hat Tausende von Händlern auf der Plattform gehalten, die sonst abgewandert wären, und zeigt die Innovationskraft des Open-Source-Gedankens.

    Parallel dazu hat sich mit der „Mage-OS Association“ eine Initiative gebildet, die sicherstellen will, dass der Open-Source-Kern auch unabhängig von Adobes Unternehmensstrategie überlebensfähig bleibt. Sollte Adobe den Support für die freie Version jemals komplett einstellen oder vernachlässigen, steht mit Mage-OS ein Fork (eine unabhängige Weiterentwicklung) bereit. Diese Selbstorganisation der Entwickler gibt Investitionssicherheit und signalisiert, dass die Plattform nicht allein vom Wohlwollen eines einzigen Konzerns abhängt.

    Adobe Commerce vs. Magento Open Source: Die Schere geht auf

    Für Entscheider ist es essenziell zu verstehen, dass sie heute faktisch zwischen zwei unterschiedlichen Produkten wählen, die zwar den gleichen Kern teilen, sich aber funktional entfernen. Adobe Commerce (Paid) bietet integrierte B2B-Module, KI-gestützte Suche (Live Search), Produktempfehlungen via Adobe Sensei und einen Page Builder, der tief in die Adobe Cloud integriert ist. Diese Features sind mächtig, treiben aber die Lizenzkosten oft in den hohen fünf- oder sechsstelligen Bereich pro Jahr.

    Die Open-Source-Variante hingegen ist „nackter“ und erfordert, dass fehlende Enterprise-Features durch Module von Drittanbietern oder Eigenentwicklungen nachgerüstet werden. Das ist kein Nachteil, sondern eine strategische Entscheidung: Wer keine KI-Suche von Adobe benötigt, sondern lieber Algolia oder eine andere Suchtechnologie anbindet, fährt mit der freien Version oft besser und günstiger. Die Kunst liegt darin, vor Projektstart genau zu analysieren, ob die Lizenzkosten den Entwicklungsaufwand für das Nachbauen von Features wirklich rechtfertigen.

    Checkliste: Wann Sie auf diese Plattform setzen sollten

    Die Entscheidung für oder gegen dieses System ist heute primär eine wirtschaftliche und organisatorische, keine rein technische. Es geht nicht darum, ob das System etwas kann – es kann fast alles –, sondern ob Sie die Ressourcen haben, es zu beherrschen. Eine ehrliche Bestandsaufnahme schützt vor teuren Fehlinvestitionen und endlosen Projektlaufzeiten.

    • Budget-Check: Steht ein initiales Projektbudget von mindestens 50.000 bis 100.000 Euro sowie ein laufendes Budget für Wartung/Hosting zur Verfügung?
    • Know-how-Check: Haben Sie Zugriff auf spezialisierte Magento-Entwickler oder eine zertifizierte Agentur (keine Full-Service-Werbeagentur)?
    • Anforderungs-Check: Benötigen Sie Funktionen (z. B. komplexe B2B-Logik, Multi-Lager-Verwaltung), die Shopify oder Shopware nur mit „Bastellösungen“ abbilden?
    • Skalierungs-Check: Planen Sie Internationalisierung mit vielen Sprachen und Währungen unter einer zentralen Verwaltungsoberfläche?

    Fazit und Ausblick: Nische statt Massenmarkt

    Ist Magento tot? Nein, aber das Magento, das als Standardlösung für den kleinen Blumenladen um die Ecke diente, existiert nicht mehr. Das System hat sich zu einer hochspezialisierten Plattform für den gehobenen Mittelstand und Enterprise-Kunden gewandelt. Es ist heute vergleichbar mit schwerem Industriemaschinenbau: Man schafft sich so eine Anlage nicht an, um schnell ein paar Teile zu produzieren, sondern um langfristig, skalierbar und mit maximaler Kontrolle große Volumina zu bewältigen.

    Die Zukunft von Adobe Commerce liegt in der tiefen Integration in komplexe IT-Landschaften und im B2B-Sektor, während die Open-Source-Community durch Initiativen wie Hyvä und Mage-OS sicherstellt, dass die Plattform auch für ambitionierte Händler ohne Konzernbudget attraktiv bleibt. Wer die hohen Betriebskosten und die technische Komplexität akzeptiert, erhält nach wie vor eines der mächtigsten Werkzeuge im digitalen Handel – für alle anderen sind moderne SaaS-Lösungen mittlerweile die rationalere Wahl.

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